SPD Burscheid

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen.

Designierter Bürgermeisterkandidat der SPD in Burscheid .. was für eine Aufgabe. 

Am Anfang stand die Idee und dann die Frage, wie kommt man auf selbige. Seit etwas mehr als 53 Jahren kann ich mich als stolzer Bürger unserer Stadt bezeichnen. Ich bin hier aufgewachsen, habe mit meinen Freunden die Wälder unsicher gemacht, war Mitglied im Orchesterverein Hilgen und bekam da meine musikalischen Startschuhe verpasst. In der Jugend aktiv in der Kirche, Mitglied der Feuerwehr – in der ich auch meinen Ersatzdienst abgeleistet habe – Ausbildung in Burscheid und ja, auch das Lebensglück, meine Frau, habe ich natürlich in Burscheid gefunden, das ist übrigens auch schon 39 Jahre her.

 Den Lebensmittelpunkt in einer Kleinstadt zu verorten, gibt einem Wurzeln, die weite Äste halten und die Chance auf den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus erleichtern. Mein heutiger Arbeitgeber ist in der Nähe Hannovers beheimatet. Ich selbst arbeite von der Eifel bis zur Nordsee, mit Personal-, Ausbildungs- und in einem internationalen Chemiekonzern. 

Wenn ich Ihnen heute sage, „mein Burscheid lieb ich“, dann bedeutet das mit Sicherheit keinen verklärten Blick auf unsere Stadt. Der Schritt, der SPD beizutreten, entsprang dem Willen, meiner Lieblingsstadt Gutes zu tun und Gutes zu verbessern. 

So sind denn meine Themen an vielen Stellen Verbesserungen, meine Forderungen Optimierungen und nicht die Feststellung von heutzutage so gerne bemängelten Macken und Ecken. 

Mein Burscheid hat durch seine besondere Situation, aus vielen, zumeist kleinen Ortschaften zu bestehen, schon einen sehr lebenswerten ländlichen Charakter. Nun haben sich aber auch in Burscheid die Lebensverhältnisse geändert. Die klassische Familie, die unter einem Dach drei bis vier Generationen vereint, ist doch inzwischen eher eine seltenere Lebensform geworden. Doch ist nicht gerade das eine Chance für die Zukunft? Ja, in den letzten Jahren haben wir neue Residenzen für ältere Menschen in die Stadt bekommen. Ja, wir haben Wohngebiete mit Reihenhäusern und familientauglichen Lebensbedingungen ausgewiesen. Doch ist das wirklich alles?

Ich finde Nein.

Ich kämpfe für die Idee, diese Lebensformen näher zusammenzubringen. Familientaugliche Wohnungen mit Platz für drei bis vier Kinder. Seniorengerechtes Wohnen genau dort, wo das Leben stattfindet. Warum nicht Mehrgenerationenwohnanlagen, die die klassische Uniformität langweiliger Standardarchitektur verlassen. Und ja, ich sehe auch die Durchmischung von Eigentum und Mietwohnen als Zukunftsmodell, denn mich persönlich erschreckt der Gedanke Miet- und Kauf- und Kinder- und Alten- Ghettos als Zukunftsmodell zu akzeptieren.

Genau hier sehe ich auch den Bedarf einer klaren Planungsstrategie. Wenn wir, wie ja bereits grundsätzlich in Rat und Verwaltung verortet, die innerstädtische Bebauung und damit das innerstädtische Zusammenleben der Menschen verdichten, schaffen wir keine Belastung sondern Lebensqualität durch soziale Nähe und kurze Wege im Alltag. Genauso entlasten wir die Landschaft von immer wachsendem Druck mehr und mehr Flächen der Überbauung preiszugeben und das wiederrum ist doch auch ein Wert für die Menschen, nicht zuletzt als Freizeit und Erholungsangebot. Und zu alledem, meine Damen und Herren, gehört für mich auch ein kommunales Baulandmanagement. Hier kann doch nur durch planerische Unterstützung in diesen Quartieren die passende Anzahl an Kindertagesstätten, Schulbushaltestellen oder auch ärztlicher Versorgung benannt und eingerichtet werden. Natürlich baut die Stadtverwaltung keine Apotheke in das Wohngebiet, aber bei Bedarf die planungsrechtlichen Möglichkeiten zu schaffen, ist durchaus kommunale Aufgabe. 

Mein Burscheid hat mit der Anbindung an die Balkantrasse einen nicht mehr wegzudenkenden Anschlusspunkt gefunden. Radelnde Burscheider gab es bereits in meiner Jugend, allerdings waren das entweder wir Jugendlichen auf dem Weg zum Megafon oder zur Schule, oder die verehrten Freunde der Radsportgemeinschaft Burscheid in ihren gelb-blauen Wolltrikots. Heute radeln Mutter und Vater mit Kind und Hund im Anhänger, Oma und Opa und ja, auch die schnellen Jungs mit den gebogenen Lenkern, auf der Trasse. Hier wird es endlich Zeit, auch einen Besuch in unsere schöne bergische Innenstadt anzubieten. Genau hier trifft das IEHK ins Schwarze: Die Ertüchtigung der unteren Hauptstraße um die Evangelische Kirche zu mehr Aufenthaltsqualität durch gastronomische und kulturelle Angebote, Bau einer Rampe, die genau ins Zentrum der Stadt führt und auch die Neugestaltung der oberen Hauptstraße vom Auto-Ort zum Menschen-Ort mit breiteren Gehwegen und gesteigerter Verweildauer. Genau für Menschen und damit auch für den leidenden örtlichen Einzelhandel ist das gedacht. Die Ertüchtigung unserer guten Stube, dem Haus der Kunst zum Haus der Kulturen und der Umbau des Luchtenberg-Richartz Parks zu noch mehr Erholungsqualität ist Pflicht und nicht Kür, verehrte Damen und Herren. Hier werde ich mit meinen Genossinnen und Genossen in den Ausschüssen und im Stadtrat auch weiterhin sehr aktiv ein Auge darauf haben, dass die Umsetzung der guten Planungen auch zu guten Ergebnissen führt. Gutes verbessern für uns, die Bürger der Stadt.

Mein Burscheid darf stolz sein. In dieser Kleinstadt ist das Ehrenamt ein Goldschatz. Das ist mit Sicherheit ein immer wieder verwendeter Satz. Doch ich darf Ihnen eines versichern, wenn Sie selbst in den Reihen der Ehrenamtler kleine, mittlere oder große Dinge bewegen und bewegt haben, hat ein solcher Satz für Sie einen wirklichen Sinn. Ich will mich für die Idee stark machen, ehrenamtlichen Einsatz, der so oft über viele Jahre hinweg geleistet wird, in Ansehen der Öffentlichkeit zu honorieren. Was spricht gegen eine Anrechnung ehrenamtlicher Tätigkeiten, zum Beispiel der Dienstzeit in der Freiwilligen Feuerwehr, auf die Rentenansprüche? Das übliche Totschlagargument „wer soll das bezahlen“ will ich hier nicht gelten lassen. Wir haben in diesem Land mit ein wenig Verstand und Fantasie so viele Möglichkeiten der Finanzierung solcher überschaubaren Projekte, da finden wir Lösungen ohne den wirtschaftlichen Untergang des Landes zu aktivieren. 

Mein Burscheid wird mobil sein, das trifft in vielen Bereichen bereits schon heute zu. Trotzdem kann und darf es nicht sein, dass die dringend benötigte Busverbindung von Hilgen nach Leichligen wieder und wieder Opfer diskutierender Einzelpersonen wird. Ein Bus, der wenige hundert Meter vor seinem sinnvollen Ziel Hilgen lieber in seine Remise abbiegt, passt nicht in die Welt moderner ÖPNV Konzepte. Das ist für mich ganz nah an Schilda und nicht an meinem Burscheid. Für nicht Eingeweihte der Hinweis, hier geht es um die Linie 255. Zu einem sinnvollen Ansatz zukünftiger Mobilitätskonzepte gehört neben dem ÖPNV auch ein sinnhafter Umgang mit dem Thema Radwegenetz. Es ist durchaus möglich, das Fahrrad dem Individualverkehr zuzurechnen, wenn wir endlich gleichberechtigte und vernünftig konzipierte Radwege betreiben. Die Möglichkeit, das Rad als Zubringer zu Haltestellen des ÖPNV zu nutzen und an diesen Haltestellen Radparkplätze und Radgaragen anzubieten, mag futuristisch klingen. In Dänemark und den Niederlanden funktionieren solche Einrichtungen bereits seit Jahren. Hier ist vielleicht ein etwas entspannterer Umgang mit dem Auto die Basis guten Handelns. Sinnvoll ist aber auch das Überdenken bestehender Straßenbedingungen in Wohngebieten. Als Beispiel nehme ich gerne die Straße Müllersbaum in Hilgen. Aufgrund der Wohnbebauung und der eingeschränkten Abstellmöglichkeiten für Autos, kann die einzig richtige Maßnahme zur Sicherung des Verkehrsraumes die Umgestaltung in eine Einbahnstraße sein. Eine Maßnahme, für deren Umsetzung ich auch weiter gemeinsam mit meinen Genossinnen und Genossen kämpfen werde.

Spannend wird für mich auch das Thema Autobahn A1. Es ist wohl kein Geheimnis, dass wir trotz aller Bemühungen zur Ertüchtigung des ÖPNV in absehbarer Zeit die Autobahnen als Hauptschlagader unserer Verkehrsregion betrachten müssen. Um den Verkehrsknotenpunkt Höhestraße, Griesbergerstraße, Autobahnabfahrt A1 und Zufahrt zur B51 in Richtung Leverkusen / Köln zu entlasten, haben wir in der SPD Fraktion bereits vor einiger Zeit einen konstruktiven und auch durchaus umsetzbaren Vorschlag erstellt. Die Abfahrt soll einige hundert Meter zurückgezogen, und im Bereich Linde über eine bereits bestehende Brücke geführt werden. Der Zufluss zur B51 könnte somit vor dem Zufluss des stadtauswärtigen Verkehrs erfolgen, aus unserer Sicht eine deutliche Entzerrung der Verkehrssituation in der Burscheider Innenstadt. Der von uns formulierte Antrag wurde zwar im Rat positiv beschieden und an Straßen NRW als zuständigem Ansprechpartner weitergeleitet, hier sehe ich aber Nachsteuerbedarf durch eine deutlich höherer Präsenz dieses Themas in der Öffentlichkeit. Mit nachhaltigen Forderungen lässt sich durchaus mehr bewegen als man gemeinhin denkt. Ich möchte genau dafür kämpfen, dass solche Lösungen nicht sang- und klanglos in den Ablagen von Verwaltungsschubladen verschwinden. Und wenn ich gerade an unsere Verkehrsader A1 denke, nein, ein Rastplatz im Bereich Drauberg ist für mich nicht nur sinnbefreit, sondern auch undenkbar. Die Fläche oberhalb von Geilenbach ist alles andere als geeignet um einen sinnvollen Rastplatz aufzunehmen. Zum einen müssen durch die abschüssige Hanglage Unmengen an Erdreich bewegt werden, zum zweiten stellt sich mir die Frage, was sollen wir mit nur 40 LKW Parkplätzen. Dass für den Güterkraftverkehr seit Jahren zu wenig Parkplätze in diesem Land vorgehalten werden, ist wohl jedem bekannt der einmal des Abends versucht hat, einen der Autobahnparkplätze mit seinem PKW anzufahren. Die Lastzüge stehen teilweise bis in die Fahrbahn hinein, schlecht beleuchtet und immer mit dem Risiko, schwere Unfälle zu provozieren. Natürlich wäre es eine Maßnahme auf Konsum und damit Frachtverkehr zu verzichten, allein der Glaube an die Umsetzung solcher Ideen fehlt mir. Nachdem nun die gute Idee in Köln ein ehemaliges Gewerbeareal zu nutzen, dass durchaus mehrere hundert LKW Stellplätze zur Verfügung gehabt hätte, seitens der Stadt Köln abgelehnt wurde, bleibt aus meiner Sicht nur die Option, den Rasthof Remscheid auszubauen. Hier könnten Flächen der Straßenmeisterei und des Parkplatzes im Tal durchaus umgebaut und der Parkflächennutzung zugeführt werden. Da wir allerdings hier von Entscheidungen seitens der Straßen.NRW abhängig sind, bleibt mir nur die Forderung, kein Rastplatz in Burscheid und dafür werden wir gemeinsam kämpfen.

Ein Magnet in Burscheid ist seit vielen Jahren unser Hallenbad. Natürlich freue ich mich, dass viele auswärtige Besucher den Weg zu uns finden und gerne im Vital-Bad verweilen. Hier möchte ich Gutes wieder verbessern. Um die Familienfreundlichkeit des Bades zu steigern, wollen wir die Struktur der Eintrittspreisgestaltung überdenken. Ob wir einen Familiensamstag mit Sonderpreis, eine Happy Hour von 15 bis 18 Uhr oder eine Burscheider Schülereintrittskarte dafür einrichten können, soll ein Anstoß der Diskussion sein. Wichtig ist mir hier nur eines, Familien müssen in der Lage sein, zu einem familienfreundlichen Eintrittspreis das Bad zu nutzen.

Mein Wunsch für alle Bürger dieser Stadt ist so klar wie einfach: Gemeinsam, gerne, miteinander und füreinander an diesem schönen Fleck zu leben. Das bergische Land im Rücken, das Rheinland im Blick – denn wo, liebe Freunde, gibt es die Aussicht auf den Dom, den so mancher Rheinländer nur träumen kann? Richtig, bei uns in Burscheid!

Sie sehen, die Tatsache dass ich mein Burscheid liebe heißt nicht, dass ich es durch die rosarote Brille sehe und lässt gerade deshalb Raum für viele Verbesserungen und kreative Ideen. Dafür trete ich an, dafür will ich mich stark machen und gemeinsam mit meinen Genossinnen und Genossen als Team in einen spannenden Kommunalwahlkampf 2020 gehen.

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